Lateinamerika

Die Wahl in Brasilien ist ein regionales Schlachtfeld

Am Sonntag finden in Brasilien Präsidentschaftswahlen statt. Jüngste Umfragen zeigen einen knappen Vorsprung des amtierenden Präsidenten Lula da Silva. Eine Stichwahl ist wahrscheinlich. Während sein Kontrahent Flavio Bolsonaro internationale Unterstützung hauptsächlich von Trump und rechten Regierungen erhält, wird Lula von Mexiko und Uruguay sowie linken Bewegungen unterstützt.
Die Wahl in Brasilien ist ein regionales Schlachtfeld© flickr.com / Ricardo Stuckert

Von Pablo Meriguet

Die Präsidentschaftswahlen in Brasilien lösen in der gesamten Region Reaktionen aus. Die wirtschaftliche (und im weiteren Sinne auch geopolitische) Bedeutung dieses südamerikanischen Riesen lässt keinen regionalen Politiker und keine soziale Organisation gleichgültig, da sie wissen, dass bei den brasilianischen Wahlen ein Großteil der Zukunft des Kontinents auf dem Spiel steht.

Unterstützung für Bolsonaro aus Washington und von Milei

Flávio Bolsonaro, Sohn des ultrarechten ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro (der wegen Verschwörung zu einem Staatsstreich gegen Luiz Inácio Lula da Silva eine Haftstrafe verbüßt) hat ausdrückliche Unterstützung vom argentinischen Präsidenten Javier Milei erhalten – ein Schritt, der Buenos Aires eine diplomatische Krise mit Brasília einbrachte, da der argentinische Staatschef auf brasilianischem Boden Äußerungen gegen Lula getätigt hatte.

Ebenso genießt Flávio Bolsonaro die direkte Unterstützung von Präsident Donald Trump. Der US-Präsident hält an einer (von vielen heftig kritisierten) Tradition der letzten Zeit fest, öffentlich seine Unterstützung für den einen oder anderen ultrarechten lateinamerikanischen Kandidaten zu bekunden, der dann nach einem Wahlsieg sein Land vollständig an die Außenpolitik Washingtons anpasst und dem von den USA geführten Militärbündnis "Shield of the Americas" beitritt.

Trump hat zudem direkte Handelssanktionen gegen Brasilien wegen der Verurteilung von Jair Bolsonaro verhängt, den er einen "Freund" nennt. Darüber hinaus sanktionierten die USA Richter Alexandre de Moraes, der Bolsonaro verurteilt hatte, und sendeten damit eine klare Botschaft der Verurteilung des brasilianischen Justizsystems. Einige politische Analysten bezeichneten dies als ausländische "Einmischung" in das brasilianische Justizsystem.

Lateinamerikanische Linke unterstützen Lula

Lula seinerseits hat Unterstützung von einer anderen sehr bedeutenden Politikerin der Region erhalten: Claudia Sheinbaum. In den letzten Wochen hat die mexikanische Präsidentin wiederholt die positiven Aspekte von Lulas Regierungszeit herausgestellt:

"Ich glaube, dass Präsident Lula ein sehr guter Präsident war … Er hat bei der Führung Brasiliens herausragende Arbeit geleistet, und die Kennzahlen belegen dies."

Die Unterstützung seiner Kandidatur war indirekt, doch angesichts der geopolitischen Bedeutung Mexikos wissen viele in Lulas Arbeiterpartei dies sicherlich zu schätzen.

Lula hat ebenfalls Unterstützung aus südlichen Nachbarländern erhalten. In Uruguay hat die Regierungskoalition Frente Amplio (FA) direkte und engagierte Unterstützung für Lulas Präsidentschaftskampagne bekundet. Fernando Pereira, Vorsitzender der FA, erklärte, die Wahlschlacht in Brasilien "findet zwischen Demokratie und Barbarei statt."

Er warnte zudem vor einer Einmischung der USA in die Wahlen:

"Brasilien wird keine Einmischung der USA in die Wahl akzeptieren."

Der ehemalige argentinische Außenminister Santiago Cafiero, der derzeit Abgeordneter im Kongress ist, brachte ebenfalls seine Unterstützung für Lula zum Ausdruck:

"Wenn Lula gewinnt, wird er eine Gegenströmung zu dem schaffen, was sich in der Region durchgesetzt hat, und zeigen, dass es Widerstand gegen diese rechten Entwicklungen gibt."

Aus dem Englischen übersetzt von Olga Espín

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