
Bericht: Washington ordnete Drosselung von SpaceX-Dienst Starshield in der Ukraine an

Die Anweisung, den von Kiew militärisch genutzten SpaceX-Satellitendienst Starshield zu drosseln, ist nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters vom Freitag in Washington erteilt worden: Führende Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums hätten die Mitteilung erhalten, dass der Starshield-Dienst von SpaceX für das ukrainische Militär gedrosselt werden müsse, erklärten die Vertreter gegenüber Reuters.

Die Regierungsvertreter, die anonym bleiben wollten, machten keine Angaben dazu, wer im Weißen Haus die Entscheidung getroffen oder wer die Umsetzung der Anordnung verantwortet habe. Das US-Verteidigungsministerium ist der größte Abnehmer von Starshield, der militärischen Variante des Satelliteninternetdienstes Starlink.
Ukrainische Vertreter erklärten in dieser Woche, dass militärische Starlink-Empfänger in der Ukraine nicht mehr funktioniert hätten, wenn sie auf sich schnell bewegenden Objekten montiert waren. Dies habe den Einsatz ukrainischer Drohnen beeinträchtigt, die auf die Geräte zur Steuerung während des Flugs über ukrainischem Gebiet angewiesen sind.
Ein Mitarbeiter des ukrainischen Verteidigungsministeriums erklärte am Donnerstag, die Empfänger funktionierten inzwischen wieder während der Bewegung – allerdings nur bei Geschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde. Die vorübergehende Einschränkung des für die Ukraine wichtigen Kommunikationssystems erfolgte, während US-Präsident Donald Trump Kiew drängt, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. Diese macht er für die steigenden Energiepreise verantwortlich, die den Republikanern vor den Zwischenwahlen im November schaden.
Ukrainische Vertreter erklärten, die Einschränkungen hätten Angriffe auf russische Streitkräfte und Logistik in besetzten Gebieten erschwert sowie den Einsatz von Abfangdrohnen gegen anfliegende russische Shahed-Drohnen verlangsamt.
SpaceX-Chef Elon Musk schrieb am Mittwoch auf X, dass Beschränkungen der Geschwindigkeit oder Nutzung von Starshield vom US-Militär oder vom Präsidenten festgelegt würden, da die Systeme im Besitz der US-Regierung seien und von ihr kontrolliert würden. Starshield wurde von SpaceX speziell für Regierungs- und Sicherheitsbehörden entwickelt, insbesondere für das US-Verteidigungsministerium. Der Dienst nutzt das Starlink-Satellitennetzwerk als technische Grundlage.
SpaceX, das US-Verteidigungsministerium und die ukrainische Botschaft in Washington reagierten nicht auf Anfragen zu einer Stellungnahme.
Die Beziehungen zwischen Kiew und Washington haben sich in den vergangenen Tagen weiter verschlechtert. Auslöser war ein Treffen am 9. Oktober in Miami, an dem Vertreter beider Länder sowie Europas und der Weltbank teilnahmen.
US-Präsident Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und sein Sondergesandter für den Nahen Osten, Steve Witkoff, hätten gegenüber der Ukraine einen harten Ton angeschlagen, berichtete eine mit dem Treffen vertraute Person. Sie hätten ukrainischen Vertretern mitgeteilt, Washington sei frustriert über die anhaltenden ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien, obwohl die USA Kiew wiederholt aufgefordert hätten, diese einzustellen.
Hinter den Kulissen drohten US-Vertreter zudem, die Weitergabe von Geheimdienstinformationen über russische Raketenstarts an Kiew einzustellen. Die Ukraine nutzt diese Informationen, um russische Angriffe abzuwehren, wie Reuters zuvor berichtete. Trump erklärte am Dienstag, Washington teile weiterhin Geheimdienstinformationen mit der Ukraine.
Nach der Einschränkung des ukrainischen Zugangs zu Starshield bemühten sich ukrainische Vertreter am Dienstag und Mittwoch um Aufklärung bei hochrangigen Mitarbeitern des Weißen Hauses, des Außenministeriums und des Pentagons. Kiew sei dabei mitgeteilt worden, dass die Entscheidung aus dem Weißen Haus stamme, sagte ein hochrangiger ukrainischer Vertreter.
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