Deutschland

"Brandmauer ist Brandstiftung": Wagenknecht spricht sich gegen Boykott der AfD aus

Die Diskussion um die "Brandmauer" gegen die AfD geht in Deutschland in eine neue Runde. Den Anstoß gab dieses Mal ausgerechnet ein Sozialdemokrat: der ehemalige Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Torsten Albig. Am Samstagabend pflichtete ihm Sahra Wagenknecht auf Twitter bei.
"Brandmauer ist Brandstiftung": Wagenknecht spricht sich gegen Boykott der AfD ausQuelle: Gettyimages.ru © Kay Nietfeld/picture alliance

Die Politik der Verweigerung jeglicher Zusammenarbeit mit der Alternative für Deutschland (AfD) ist gescheitert, und die Wahlen im September in Ostdeutschland müssen zu einem Ende dieses Kurses führen, erklärte Sahra Wagenknecht, Gründerin des Bündnisses für Vernunft und Gerechtigkeit (BSW), am Sonnabend auf X.

Bezug nehmend auf eine vorausgegangene Äußerung des Sozialdemokraten Torsten Albig, schrieb Wagenknecht:

"Was Albig vorschlägt, ist richtig und wird vom BSW schon lange gefordert. Wir müssen die gescheiterte Brandmauer-Politik beenden, bevor sie die Demokratie endgültig zerstört. Die Brandmauer ist Brandstiftung: 30 oder gar 40 Prozent der Wähler auszuschließen, ist schlicht undemokratisch. Die Wahlen im Osten sollten zur Abwahl der Brandmauer und der Unterstützer der unsäglichen Merz-Regierung führen!"

Zuvor hatte Albig, von 2012 bis 2017 Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, der SPD die Zusammenarbeit mit der AfD empfohlen. Konkret ging es um die Tolerierung einer SPD-Minderheitsregierung durch die AfD. Der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte Albig:

"Wahrscheinlich wäre es sogar einfacher, wenn wie in Dänemark Sozialdemokraten die Ersten wären, die auch mit den Rechtspopulisten bei bestimmten Themen zusammenarbeiten, die unsere Wähler heute in deren Arme treiben."

Diese Äußerungen sind bereits auf scharfe Kritik und Zurückweisung bei SPD und Linken gestoßen. So meldete sich Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz mit einem Video in den sozialen Netzwerken, in dem er Albigs Idee zurückwies und unter anderem sagte:

"Mit der AfD ist kein Staat zu machen."

Im September 2026 finden in drei ostdeutschen Bundesländern Landtagswahlen statt: in Sachsen-Anhalt, in Berlin und in Mecklenburg-Vorpommern. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern führt die AfD in Meinungsumfragen, in Magdeburg ist angesichts von Umfragewerten von über 40 Prozent sogar eine Alleinregierung vorstellbar.

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