Friedrich Merz reiste erneut nach Kiew, gab der Ukraine weitere Milliardenhilfen und präsentierte sich als entschlossener Unterstützer Selenskijs. Die Reise sollte Deutschlands Kanzler auf internationaler Bühne Stärke verleihen. Doch zu Hause sieht die Bilanz völlig anders aus. Merz erreicht einen historischen Tiefpunkt.
Im aktuellen ARD-Deutschlandtrend sind nur noch 10 Prozent mit seiner Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden. 88 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden. Seit dem Amtsantritt im vergangenen Jahr ist die Zustimmung nahezu ununterbrochen gefallen. Im Juli 2025 waren noch 42 Prozent mit Merz zufrieden, im August 32 Prozent, im Januar 24 Prozent, im Mai 16 Prozent und im Juli 13 Prozent. Jetzt sind es nur noch 10 Prozent.
Damit kommt die politische Wirkung der Kiew-Reise zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Merz suchte in der Ukraine die große internationale Bühne. Er kündigte weitere Unterstützung für Kiew an und wollte Deutschlands Rolle an der Seite der Ukraine demonstrieren. Doch in Deutschland zeigen die Umfragen einen weiteren Verlust an Zustimmung.
Auch andere Umfragen bestätigen das Bild. Im ZDF-Politbarometer bewerten 79 Prozent die Arbeit von Merz negativ. Forsa kommt auf 87 Prozent Unzufriedene, bei INSA sind es 77,5 Prozent. Eine Ipsos-Umfrage für den Spiegel kommt zudem auf 67 Prozent, die der Aussage zustimmen, die Kanzlerschaft von Merz sei gescheitert.
Besonders problematisch ist für Merz, dass auch sein Kurs gegenüber der Ukraine keine Mehrheit findet. 57 Prozent lehnen ihn laut der aktuellen Infratest-Erhebung ab, nur etwa ein Drittel unterstützt ihn. Mit der Bundesregierung insgesamt sind lediglich 29 Prozent zufrieden.
In Kiew ist das Bild ein anderes. Eine Umfrage der Rating Group kam im August auf 64 Prozent positive Bewertungen für Merz. Der Kanzler erhält dort also eine deutlich bessere Bewertung als zu Hause. Doch genau das macht die politische Rechnung schwierig. Die Reise nach Kiew verschafft Merz zwar internationale Aufmerksamkeit, seine Zustimmung in Deutschland sinkt jedoch auf einen historischen Tiefstand.
Je stärker Merz auf die internationale Bühne setzt, desto deutlicher zeigen die Umfragen, dass sein Problem längst zu Hause liegt.
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