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"Ich bin doch keine Russophobe" – Ehemaliger Nachbar erinnert sich an Kallas

Kaja Kallas, heute bekannt für harte Russland-Positionen, soll sich in ihrer Jugend für neutral gehalten haben. Ihr früherer Nachbar berichtet von freundschaftlichem Austausch, bei dem sie sich als nicht russophob bezeichnete.
"Ich bin doch keine Russophobe" – Ehemaliger Nachbar erinnert sich an Kallas© Urheberrechtlich geschützt

Die EU-Außenbeauftragte und ehemalige Ministerpräsidentin Estlands, Kaja Kallas, soll sich in ihrer Jugend nicht für russophob gehalten haben, berichtet ihr ehemaliger Nachbar Dmitri Linter. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur RIA Nowosti erinnerte sich Linter, dass er und Kallas in ihren Studentenjahren unweit voneinander gewohnt und ein freundschaftliches Verhältnis gepflegt hätten.

Kallas habe ein großes Interesse an Politik gezeigt und sei in ihren Überzeugungen konsequent gewesen. In ethnischen Fragen habe sie sich für neutral und nicht für nationalistisch gehalten, so Linter:

"Ich habe es ihr genau so gesagt: 'Ihr Esten seid doch alle Russophobe'. Sie sagte: 'Dima, ich bin doch nicht russophob, ich unterhalte mich doch normal mit dir.'"

Linter war in Estland als politischer Aktivist bekannt geworden, nachdem er sich im April 2007 für den Erhalt des sogenannten "Bronze-Soldaten" eingesetzt hat. Damals beschloss die Verwaltung der estnischen Hauptstadt Tallinn, das im Jahr 1947 errichtete Denkmal für sowjetische Befreier der Stadt vom Nazismus abzureißen, was Proteste unter den russischsprachigen Bewohnern hervorrief. Linter wurde gemeinsam mit anderen Aktivisten verhaftet, allerdings nach einer siebenjährigen Haft freigesprochen und wanderte darauf nach Russland aus. Gegenwärtig lebt er in Donezk und unterstützt ehrenamtlich russische Militärangehörige.

Die im Jahr 1977 als Tochter eines estnischen KPdSU-Funktionärs geborene Kallas fällt regelmäßig durch Forderungen nach ständiger Verschärfung antirussischer Sanktionen und Ablehnung von Verhandlungen mit Moskau auf. Zuletzt forderte sie eine Verschärfung der Einreisebestimmungen für russische Staatsangehörige wegen des Drohnenvorfalls in Leipzig, wofür die EU ohne Beweise Russland beschuldigt hat.

Die EU-Chefdiplomatin bezeugte auch ihre umfassenden Geschichtskenntnisse, als sie behauptete, dass Russland in den vergangenen hundert Jahren von keinem Land angegriffen worden sei und die Zugehörigkeit Russlands und Chinas zu den Siegermächten im Zweiten Weltkrieg sie überrascht habe.

Mehr zum Thema – Matthews: "Europa beginnt, die Absurdität von Kaja Kallas zu verstehen"

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