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Israels mutmaßliche Spionagefirma nimmt Starlink-Nutzer weltweit ins Visier

Ein israelisches Unternehmen soll Starlink-Nutzer weltweit über digitale Werbung ins Visier genommen haben. Experten vermuten, dass die Anzeigen zur Ortung und Überwachung der Nutzer eingesetzt worden sein könnten. SpaceX reagierten nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.
Israels mutmaßliche Spionagefirma nimmt Starlink-Nutzer weltweit ins Visier

Experten des japanischen Cybersicherheitsunternehmens Trend Micro haben Hinweise darauf gefunden, dass eine israelische Werbetechnologiefirma gezielt Nutzer des Satelliteninternets Starlink ins Visier genommen haben könnte, um sie auszuspionieren. Das berichten sechs mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Reuters.

Laut Forschern der Trend-Micro-Sparte TrendAI, die auf Cybersicherheit spezialisiert ist, gehörte das israelische Unternehmen Discover-Tech zu den größten Anbietern digitaler Werbung, die Nutzern des Starlink-Dienstes von SpaceX angezeigt wurde. Die Anzeigen könnten dazu gedient haben, den Standort der Nutzer zu ermitteln oder sie anderweitig zu überwachen.

TrendAI wertete Daten zu Online-Werbung aus. Dabei zeigte sich, dass Discover-Tech weltweit zu den größten Käufern von Werbeplätzen gehörte, die Starlink-Nutzern angezeigt wurden. In mehr als 100 Ländern soll das israelische Unternehmen sogar der größte Käufer solcher Werbeplätze gewesen sein – darunter auch Länder, in denen Starlink verboten oder nur eingeschränkt erlaubt ist.

Weltweit versuchen Regierungen, die Verbreitung von Satelliteninternet-Terminals zu kontrollieren. Zugleich wächst das Interesse daran, ihre Nutzer zu orten und zu überwachen. Da Starlink Daten über SpaceX-Satelliten statt über national regulierte Telekommunikationsanbieter überträgt, kann der Dienst lokale Internetsperren umgehen und die Kommunikation in Konfliktgebieten ermöglichen. Auch die Koordination militärischer Operationen wird dadurch erleichtert.

Besonders wichtig ist Starlink für die Ukraine: Das Militär nutzt den Dienst für die Kommunikation an der Front und zur Steuerung von Drohnenangriffen.

Bereits im Mai berichteten die israelische Zeitung Haaretz und das Portal Intelligence Online unabhängig voneinander, dass Unternehmen in israelischem Besitz ihren Kunden Möglichkeiten zur Identifizierung und Verfolgung von Starlink-Nutzern angeboten hätten. Nach Angaben von Haaretz spielte die Auswertung digitaler Werbedaten dabei offenbar eine wichtige Rolle.

SpaceX, Discover-Tech und dessen Geschäftsführer reagierten nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme. TrendAI erklärte, dass das israelische Unternehmen Discover-Tech besonders viele Anzeigen geschaltet habe, die sich an Starlink-Nutzer richteten. Zudem sei es in mehreren Konfliktländern der größte Käufer digitaler Werbung gewesen.

Das israelische Unternehmen Discover-Tech steht nun im Verdacht, das digitale Werbesystem missbraucht zu haben, um an Nutzerdaten zu gelangen. Das kanadische Forschungsinstitut Citizen Lab und das New Yorker Werbetechnologieunternehmen Confiant werfen inzwischen der Firma vor, Daten von Internetnutzern abgegriffen zu haben. Werbetreibende können solche Daten sammeln und verknüpfen, um Nutzer zu identifizieren, ihre Aktivitäten zu verfolgen und sie möglicherweise mit Überwachungssoftware ins Visier zu nehmen.

Laut Citizen Lab und Confiant wurden Discover-Tech-Anzeigen in Dutzenden sensiblen Netzwerken ausgespielt, darunter bei Medien, Regierungen und Technologieunternehmen. Google, Comcast und weitere Firmen erklärten, Discover-Tech von ihren Werbeplattformen ausgeschlossen zu haben. Zudem leiteten ein großer US-Technologiekonzern und eine internationale Organisation interne Untersuchungen ein, um zu prüfen, ob die Anzeigen gezielt an ihre Mitarbeiter ausgespielt wurden.

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