Russland

Moskau legt Ausfuhrquoten für Mineraldünger fest

Die russische Regierung legt neue Ausfuhrquoten für Mineraldünger fest. Die Maßnahme gilt vorerst für ein halbes Jahr und sorgt dafür, dass der heimische Markt vollständig versorgt wird. Für einige Arten von Düngemittelexporten gelten jedoch weiterhin keine Quoten.
Moskau legt Ausfuhrquoten für Mineraldünger festQuelle: Sputnik © RIA Nowosti / Witali Timkiw

Die russische Regierung hat für den Zeitraum von Dezember des Jahres 2026 bis Mai 2027 Ausfuhrquoten für Mineraldünger festgelegt. Dies berichtet die Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf die Pressestelle des Ministerkabinetts. Dabei geht es um die Ausfuhr von Mineraldüngern außerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion. In der Mitteilung der Regierung heißt es:

"Das Gesamtvolumen der Exportquote wird mehr als 18,8 Millionen Tonnen betragen, davon entfallen auf Stickstoffdünger mehr als 11,3 Millionen Tonnen (einschließlich Ammoniumnitrat – mehr als 2,3 Millionen Tonnen) und auf Mehrnährstoffdünger mehr als 7,5 Millionen Tonnen."

Dabei handelt es sich um die maximal zulässige Exportmenge im Rahmen der Kontingente und nicht um die tatsächlichen Lieferungen. Eine Senkung der Obergrenze bedeutet nicht, dass der tatsächliche Export zwangsläufig im gleichen Verhältnis zurückgehen wird.

Die Quoten gelten nicht für die Lieferung von Düngemitteln nach Abchasien und Südossetien, für die Ausfuhr solcher Produkte aus Russland im Rahmen internationaler Transittransporte sowie für Lieferungen im Rahmen internationaler humanitärer Hilfe. Wie die Regierung betont, zielt diese Maßnahme darauf ab, den Binnenmarkt mit Mineraldüngern zu versorgen – um den reibungslosen Betrieb der landwirtschaftlichen Erzeuger und der Mischfutterhersteller zu gewährleisten.

Ursprünglich hatte die russische Regierung vom 1. Dezember des Jahres 2021 bis zum 31. Mai des Jahres 2022 Ausfuhrquoten für Stickstoff- und Mehrnährstoffdünger eingeführt. Anschließend wurden die Maßnahmen auf Anordnung des Präsidenten mehrfach verlängert, der damit die vollständige Versorgung des Binnenmarktes vor dem Hintergrund externer Schocks und einer Düngemittelknappheit auf dem Weltmarkt sicherstellen wollte.

Seit Anfang des Jahres 2026 sind die weltweiten Preise für Phosphatdünger um ein Viertel gestiegen. Als Hauptgrund für den rasanten Preisanstieg bei Phosphaten nannten Experten den Preisanstieg bei Schwefel, der für deren Herstellung benötigt wird. Letzterer sei infolge der Nahostkrise seit Januar um etwa 80 Prozent teurer geworden, präzisierten die Analysten.

Zuvor wurde berichtet, dass Russland in diesem Jahr plant, insgesamt 66 Millionen Tonnen Mineraldünger zu produzieren. Für das Jahr 2027 wird ein Produktionsanstieg erwartet, der auf die Inbetriebnahme neuer Kapazitäten und eine Steigerung der Förderung zurückzuführen ist. Unter anderem ist geplant, die Produktion von Kali-Düngemitteln um eine Million Tonnen zu erhöhen.

Mineraldünger sind einer der wichtigsten Kostenfaktoren bei der Pflanzenproduktion. Ein Mangel daran oder ein starker Preisanstieg können die Kosten der landwirtschaftlichen Erzeuger erhöhen und sich auf die künftige Ernte auswirken. Russland ist ein bedeutender Hersteller und Exporteur von Düngemitteln. Angesichts der hohen Auslandsnachfrage und attraktiver Exportpreise kann es für die Hersteller vorteilhafter sein, zusätzliche Produktionsmengen ins Ausland zu liefern. Durch Exportquoten kann der Staat diese Lieferungen regulieren und so die für den Binnenmarkt erforderliche Düngemittelmenge sichern.

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